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Weibermusik
Die wenigsten von ihnen kennt man, vielleicht noch Fanny Hensel, Anna
Amalie oder Maria Theresia von Paradies. Aber was ist mit Cecilia
McDowall, Irene Osiander, oder Marguerite Sara Roesgen-Champion, um nur
einige
wenige Namen zu nennen? Die Existenzen hinter diesen Namen führen
ein schattenhaftes Dasein, vergessen oder unbemerkt. Das ensemble Tityre
spürte ihnen nach und entdeckte unbekannte Werke und außergewöhnliche
Lebensgeschichten. Sprecherin Katja Geist schlüpft in
die Rolle der Komponistinnen und für einen Moment hört man
sie von ihrem Leben erzählen. Da ist die 16-jährige Anna Bon,
ein Wunderkind des venezianischen Barock, deren Spur als 20-Jährige
seltsam abbricht. Da ist Cécile Chaminade, die, ohne zu wissen,
was sie tut, mit acht Jahren im Schoße einer Seefahrerfamilie sakrale
Kompositionen verfasst und nichts von ihrem späteren Weltruhm ahnt.
Oder Lili Boulanger, deren Temperament und großes Talent die ganze
Gesundheit der jungen Komponistin fordern. Die Geschichten berühren
und sensibilisieren die Wahrnehmung für die Werke der Komponistinnen
auf eine sinnliche Weise: Aufmerksam, neugierig und gespannt hört
man ihnen zu. Leben und Können der Künstlerinnen bekommen ein
Gesicht. Aus den unbekannten Namen sind vorstellbare Gestalten, aus der
einst abfällig und undifferenziert benannten "Weibermusik" unterscheidbare
Persönlichkeiten mit charakteristischen Werken geworden, erinnerbar
und bemerkenswert.
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